Biografie

Ernst Geitlinger

Ernst Geitlinger wird am 13. Februar 1895 in Frankfurt/Main geboren. Als er ein halbes Jahr alt ist, stirbt sein Vater, die Mutter heiratet 1899 dessen Cousin Ernst Bürgin, einen Fahrradfabrikanten. Die Familie lebt zeitweise in Italien und der Schweiz.  

Durch berufliche Veränderungen des Stiefvaters zieht die Familie 1913 nach New York. Ernst Geitlinger studiert dort an der Academy of Design und wird Mitarbeiter im Atelier des Bühnenbildners Winold Reiss. Er arbeitet als Theatermaler und unterrichtet nebenher als Zeichenlehrer. 1920 heiratet er Martha Katenkamp in New York (das Paar trennt sich 1935). Bis 1929 pendelt Ernst Geitlinger zwischen München und New York. Er wird Student in der Malklasse Karl Caspar an der Akademie der Bildenden Künste München. Mit Unterbrechungen studiert er bis 1931.  

1932 lässt er sich in München nieder. Er beteiligt sich an Ausstellungen beim "Deutschen Künstlerbund" und bei der "Neuen Münchner Sezession". Bis ins Jahr 1934 ist er Mitglied der Gruppe der Juryfreien. Geitlinger ist begeisterter Anhänger der Schwabinger Künstlerfeste, für deren Dekoration er zuständig ist.  

In der Zeit des Nationalsozialismus gilt Geitlingers Kunst als "entartet"; er erhält Ausstellungsverbot. Mehrere Emigrationsversuche scheitern, der Künstler zieht sich in die "innere Emigration" zurück. Seinen Militärdienst leistet er von 1942 – 1945 als Dolmetscher in einem Gefangenenlager. Dank eines verständnisvollen Vorgesetzten darf er in seiner Freizeit zeichnen und malen.  

1935 heiratet Ernst Geitlinger Marianne Isler, mit der er sich 1942 in Seeshaupt am Starnberger See niederlässt.  

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er 1946 Mitbegründer der "Neuen Gruppe" in München und ist 1948 an der Biennale in Venedig beteiligt. 1950 ist er Gründungsmitglied des "Deutschen Künstlerbundes" und nimmt in den nachfolgenden Jahren an der "Großen Münchner Kunstausstellung" im Haus der Kunst teil.  

Er wird 1951 Mitglied der Frankfurter und Darmstädter Sezession und erhält im selben Jahr eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München, wo er bis 1965 lehrt. Nach seiner Emeritierung gründet er in München die Malschule "atelier geitlinger".  

Am 28. März 1972 stirbt Ernst Geitlinger in Seeshaupt.