Aktuelle Ausstellung

In auffallender Vielzahl bearbeiteten die Bildhauer seit Anfang des 20. Jahrhundert den Topos des unversehrten, aber verletzlichen Jünglings. Die Konzeption eines empfindsamen männlichen Körperideals erscheint als bewusste Gegenbewegung zu den heroischen Männerbildern der Zeit. In einem Umfeld des kriegerisch-militanten Selbstbewusstseins der späten Kaiserzeit und noch junger Demokratiebewegungen suchten die vorwiegend männlichen Künstler nach Verfeinerung von Körper und Geist. Der Kult um die Jugend, der sowohl in militanten wie in pazifistischen Kreisen in der Zeit um 1900 blühte, beflügelte dieses Ideal des zarten Mannes. Rund 60 Plastiken von Bildhauern aus drei Generationen, geboren zwischen 1847 und 1912, sind zu sehen, u. a. von Adolf von Hildebrand, Renée Sintenis, Hermann Blumenthal oder Gerhard Marcks.

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Kunstmuseum

Das Kunstmuseum

Das Kunstmuseum zeigt neben den Ständigen Ausstellungen zu Edwin Scharff, dem in Neu-Ulm geborenen Namensgeber des Museums, und Ernst Geitlinger regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.

Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Kunst der Klassischen Moderne, also dem ausgehenden 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dem künstlerischen Werk Scharffs folgend, legt unser Museum dabei ein Augenmerk auf die Bildhauerei. Der Werdegang des Malers und Bildhauers Scharff vom angesehenen Professor für Bildhauerei zum „entarteten“ Künstler steht stellvertretend für unzählige Künstlerschicksale zwischen zwei Weltkriegen.

Mit der Präsentation von rund 50 Werken des Malers und Professors der Münchner Kunstakademie Ernst Geitlinger, konfrontieren wir den Bildhauer Scharff mit einem etwa gleichaltrigen Maler, der im Gegensatz zu Scharff nicht dem Figürlichen verpflichtet bleibt. Er wagte vielmehr den großen Entwicklungsschritt der Kunst des 20. Jahrhunderts: von der Gegenständlichkeit zur Abstraktion.

Bildergalerie

03.11.
Führung: Zarte Männer in der Skulptur der Moderne

Archiv

„Ausgezeichnet!“ Unter diesem Prädikat werden vom 2. März bis 23. Juni 2019 Werke von Edwin-Scharff-Preisträgerinnen und Preisträgern gezeigt. Die...

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Unter dem Motto „Wie ein Traum!“ Emil Orlik in Japan zeigt das Edwin Scharff Museum vom 13. Oktober 2018 bis 10. Februar 2019 Orliks meisterhafte, oft...

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Von den mehr als 750 Werken aus der Sammlung Hierling, von 90 Künstlerinnen und Künstlern, wurden 130 Blätter ausgewählt. Neben Arbeiten von...

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Ständige Sammlungen

SAMMLUNG SCHARFF

Der Nachlass des in Neu-Ulm geborenen Malers, Grafikers und Bildhauers Edwin Scharff (1887–1955) ist der Grundstock unseres Museums.

Wir geben einen Überblick über sein Schaffen und seine Bedeutung und stellen ihn Zeitgenossen wie Käthe Kollwitz, Ernst Barlach oder Georg Kolbe gegenüber. Scharff gilt als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Besonders in den Berliner Jahren von 1923 bis 1932 war er überaus bekannt und erfolgreich.

INFO

SAMMLUNG GEITLINGER

Das Museum beherbergt einen großen Teil des Nachlasses von Ernst Geitlinger (1895–1972), der uns von der Ernst-Geitlinger-Gesellschaft vermacht wurde.

Wir widmen dem Maler eine eigene Ständige Ausstellung. Der experimentierfreudige Künstler und Professor an der Münchner Akademie war mit seinen Gemälden und Skulpturen ein Vorreiter der abstrakten und ungegenständlichen Kunst in Deutschland.

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