KUNSTMUSEUM

Neben den Ständigen Ausstellungen zu Edwin Scharff und Ernst Geitlinger legen wir den Schwerpunkt in mehreren Sonderausstellungen pro Jahr auf die Klassische Moderne, also das ausgehende 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts - und das immer wieder mit dem Augenmerk auf der Bildhauerei. Damit erweitern und ergänzen wir den Blick auf das Werk Edwin Scharffs.
Zugleich zeigen wir ab und an aktuelle künstlerische Positionen und spannen damit einen Bogen zur Gegenwart.
Mit dem Bildhauer Scharff und dem etwa gleichaltrigen Maler Geitlinger konfrontieren wir eine figürliche Kunstauffassung mit Tendenzen ungegenständlicher und konkreter Kunst.

In den stärksten Farben

3. Dezember 2005 bis 26. Februar 2006

"In den stärksten Farben, höchst unakademisch und ganz modern"... so beschreibt Willi Baumeister das Werk seines Lehrers Adolf Hölzel (1853-1934), einem der bedeutendsten Vertreter der klassischen Moderne in Deutschland.

Schon Jahre vor dem viel jüngeren Wassily Kandinsky, der als Pionier der Abstraktion bekannt ist, beschreitet Adolf Hölzel diesen künstlerischen Weg: 1905 entsteht eine Komposition, die als sein erstes abstraktes Bild gilt. Während der Zeit seiner Lehrtätigkeit von 1906 bis 1919 als Professor an der Stuttgarter Kunstakademie wird Adolf Hölzel zum Wegbereiter für die moderne Kunst und zur Leitfigur einer aufstrebenden Künstlerschar.

Zusammen mit seinem Schülerkreis gelingt es Adolf Hölzel, den künstlerischen Umbruch im deutschen Südwesten zu initiieren: Er begründet eine neue stilistische Maltradition, die auf Abstraktion, Farbenharmonie und strengen Bildaufbau ausgerichtet ist. In der rund 75 Werke umfassenden Ausstellung werden Gemälde und Zeichnungen des "Meisters Hölzel" Arbeiten seiner Schülerinnen und Schüler Willi Baumeister, Hans Brühlmann, Heinrich Eberhard, Maria Hiller-Foell, Gottfried Graf, Johannes Itten, Ida Kerkovius, Alfred Heinrich Pellegrini, Oskar Schlemmer und Hermann Stenner gegenübergestellt. Wie unterschiedlich die jungen Künstler die Anregungen ihres Lehrers umgesetzt haben, wird so unmittelbar anschaulich.

Einen weiteren Schwerpunkt der eigens für das Edwin Scharff Museum konzipierten Präsentation bilden die herausragenden Werke des Bielefelder Malers Hermann Stenner (1891-1914), die in dessen Stuttgarter Jahren von 1910 bis 1914 entstanden sind. Die Bilder dieses im Ersten Weltkrieg gefallenen bedeutenden Expressionisten bestechen durch den sicheren Farbensinn und die hohe künstlerische Leistung in der Komposition.