KUNSTMUSEUM

Neben den Ständigen Ausstellungen zu Edwin Scharff und Ernst Geitlinger legen wir den Schwerpunkt in mehreren Sonderausstellungen pro Jahr auf die Klassische Moderne, also das ausgehende 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts - und das immer wieder mit dem Augenmerk auf der Bildhauerei. Damit erweitern und ergänzen wir den Blick auf das Werk Edwin Scharffs.
Zugleich zeigen wir ab und an aktuelle künstlerische Positionen und spannen damit einen Bogen zur Gegenwart.
Mit dem Bildhauer Scharff und dem etwa gleichaltrigen Maler Geitlinger konfrontieren wir eine figürliche Kunstauffassung mit Tendenzen ungegenständlicher und konkreter Kunst.

Und das Wort ward

7. Mai bis 18. Juli 2004

"Denn ein Künstler, der etwas erreichen will, muß mit seiner Kunst ringen wie Jacob mit dem Engel. Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn."

Zu keiner Zeit haben sich so viele Künstler derart individuell mit dem "Buch der Burher" auseinander gesetzt wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Künstler wie Barlach, Beckmann, Nolde oder Kubin geht es nicht mehr um eine Illustration der biblischen Geschiehte. Sie vertreten keine kirchliche Lehrmeinung, sondern greifen heraus, was sie persönlich berührt. Fasziniert beschreiben sie den Mut und die Tatkraft der Frauen des Alten Testaments oder identifizieren sich in einer Zeit größter Verunsicherung mit den Figuren 6er Propheten - den geistigen Fuhrern, Sehern und Mahnern. Geschichte, sondern der fragende, zweifelnde, auf Erlösung hoffende Mensch steht im Mittelpunkt eindringlich verknappter Holzschnitte oder nervös skizzierender Lithografien.

Insbesondere die expressionistischen Arbeiten erzielen dabei eine bisher nicht da gewesene Intensität und Ausdruckskraft. Angesirhts der erschütternden Erfahrung eines Weltkrieg zeugt die Beschäftigung mit biblischen Themen von einer Huckbesinnung auf christliche Grundwerte und offenbart die Sehnsucht nach einer zutiefst humanistisch geprägten Gesellschaft.